Frühe Hilfen: Frühberatung/Frühförderung

Ein Junge spielt mit Erbsen

Frühförderung ist der Oberbegriff für Hilfsangebote verschiedener Art, die in Anspruch genommen werden können, wenn Eltern sich hinsichtlich der Entwicklung ihres Kindes Sorgen machen oder wenn eine Entwicklungsbeeinträchtigung oder Behinderung des Kindes vorliegt.
Frühförderung wendet sich an Eltern mit Kindern vom Säuglings- bis zum Schulalter. Insbesondere will die Frühförderung helfen, wenn kleine Kinder hinsichtlich ihrer körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung Unterstützung benötigen.

Das ganzheitlich orientierte Angebot der Frühförderung besteht aus medizinischen, psychologischen, pädagogischen und sozialen Hilfen. Die Familie und das soziale Umfeld des Kindes werden mit einbezogen. Auffälligkeiten oder Beeinträchtigungen sollen möglichst früh erkannt werden, um das Auftreten von Behinderungen – falls möglich – zu vermeiden, Behinderungen und ihre Folgen zu mildern oder zu beheben. Dadurch soll das Kind bestmögliche Chancen für die Entfaltung seiner Persönlichkeit bekommen.

Kostenträger

Frühförderung ist Vorsorge. Frühförderstellen gibt es in Deutschland seit den 1970er Jahren. Seit 2001 ist die Frühförderung im
Sozialgesetzbuch IX (9) als Komplexleistung definiert. Komplexleistung bedeutet, dass sie pädagogische, psychologische, medizinische und therapeutische Hilfen umfasst.
Grundsätzlich leitet sich für das Kind der Rechtsanspruch wie folgt ab: Gemäß SGB V (5) (GKV/Gesetzliche Krankenversicherung) fallen medizinisch-psychotherapeutisch-therapeutische Leistungen in den Zuständigkeitsbereich der Krankenkassen. Aus Sicht der Familien ist also die ärztliche Überweisung zu einem sozialpädiatrischen Zentrum die Grundlage der Leistungserbringung. Im Zweifelsfall hat hierfür der Sozialhilfeträger (Sozialamt) in Vorkasse zu treten.

Wie arbeitet die Frühförderung?

Wichtige Leitlinien der Frühförderung sind das Zusammenwirken verschiedener Berufsgruppen und die Alltagsorientierung der Hilfen. Konkret bietet sie Beratung, Anleitung und Unterstützung der Eltern, Früherkennung und Frühdiagnostik sowie Frühtherapie, einschließlich Pädagogischer Frühförderung.

Förderziele

Neben der allgemeinen Wahrnehmung werden die Grob- und Feinmotorik sowie die Sprachentwicklung und die Fähigkeit zur Kommunikation geschult. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung eines angemessenen Sozialverhaltens und eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt und der eigenen Behinderung.

Mobile Frühförderung

Die mobile, also aufsuchende Arbeit einer Frühförderstelle erlaubt die Beratung der Eltern und die Förderung des Kindes zu Hause in vertrauter Umgebung. So können die Bedingungen, Chancen wie auch Hürden der Entwicklung und Entfaltung des Kindes erlebt, miteinander besprochen und in die Förderung und Beratung einbezogen werden.

Ambulante Frühförderung

Die ambulante Frühförderung nutzt die Räumlichkeiten einer Frühförderstelle und ihre Materialien. Vielen Eltern bietet sich dort auch die Gelegenheit, andere Familien kennenzulernen. Auf diese Weise gelingt Familien mitunter auch der wichtige Schritt nach draußen, indem Kontakte zu anderen betroffenen Eltern geknüpft und Erfahrungen über Hilfemöglichkeiten ausgetauscht werden und auch eine Verbindung zu einer Elterngruppe entstehen kann.

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