Studium und Behinderung

Ein Junge- und ein Mädchenkopf werden seitlich gezeigt, beide schauen nach unten.

„Die Hochschulen tragen dafür Sorge, dass behinderte Studierende in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können.“ So steht es im Hochschulrahmengesetz. Damit sollen für Studierende mit Behinderung und chronischer Krankheit chancengleiche Studienbedingungen und eine umfassende Teilhabe am Hochschulleben an jeder deutschen Hochschule sichergestellt werden.

Informations- und Beratungsangebote nutzen

Um sich vorab einen Überblick über die vielfältigen Studienangebote, die unterschiedlichen Zulassungsvoraussetzungen und die späteren Berufsaussichten zu verschaffen, sollten Studieninteressierte mit oder ohne Behinderung unbedingt und frühzeitig alle zur Verfügung stehenden Informations- und Beratungsangebote der Hochschulen, der Arbeitsagenturen und anderer Institutionen nutzen.

Barrierefreie Studienbedingungen prüfen

Aufgrund der Behinderung oder chronischen Krankheit können bei der Studienvorbereitung auch andere Themen wichtig werden. Abhängig von der Art der Behinderung oder chronischen Krankheit sollten beispielsweise die folgenden Punkte geklärt werden:

  • Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der Hochschulbereiche und der technischen Ausstattungen
  • Organisation einer passenden Wohnung
  • Mobilitätsprobleme
  • notwendige Assistenz in der Hochschule und im Alltag
  • Organisation von technischen und personellen Studienunterstützungen
  • ärztliche Behandlung vor Ort
  • Finanzierung des behinderungsbedingten Mehrbedarfs im Studium und im Alltag.

Außerdem sollten sich Studieninteressierte mit Behinderung und chronischer Krankheit schon frühzeitig über die Möglichkeiten von Nachteilsausgleichen im Zusammenhang mit Studienzulassung (Härtefallantrag), Prüfungen (Zeitverlängerungen) und behinderungsbedingten Studienzeitverlängerungen (Befreiung von Langzeitstudiengebühren) informieren.

Unterstützung vor Ort in Anspruch nehmen

An fast allen Hochschulen gibt es Beauftragte für die Belange von Studierenden mit Behinderung und chronischer Krankheit, die Studierende und Studienbewerber/innen beraten und unterstützen und sich darüber hinaus für die Verbesserung und Sicherstellung der Teilhabemöglichkeiten vor Ort einsetzen. Außerdem gibt es an vielen Standorten Interessengemeinschaften von Studierenden mit und ohne Behinderung, die ebenfalls Studieninteressierte und Studierende beraten. Über die Bedingungen vor Ort und die verschiedenen Ansprechpartner informieren die Internetseiten der Hochschulen. Auch die Allgemeinen Studierendenausschüsse (AStAs) der einzelnen Hochschulen bieten meist eine Beratung für Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit an.

Bundesweite Informations- und Beratungsstelle „Studium und Behinderung“

Schließlich können sich alle Interessierten bundesweit mit ihren Fragen rund ums Thema an die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung des Deutschen Studentenwerks wenden. Wichtige Adressen und Informationen – so zu Bewerbung und Zulassung, zur Finanzierung verschiedener Bedarfe oder zu Nachteilsausgleichsregelungen bei Prüfungen – sind in der Broschüre „Studium und Behinderung“ zusammengefasst, die die Beratungsstelle herausgibt. Interessierte erhalten sie kostenlos zugesendet. Außerdem steht das Dokument unter dem Stichwort „Infos kompakt“ im Internet (www.studentenwerke.de/behinderung) zum Download bereit. Hier kann man sich über Veranstaltungen – z.B. Infoveranstaltungen zum Studienbeginn oder Seminare zum Berufseinstieg – sowie über aktuelle Themen informieren.

Weiterführende Informationen im Internet

  • www.hochschulkompass.de - u.a. Übersicht über die Zentralen Studienberatungsstellen der Hochschulen und der Fachberatungen für einzelne Studienfächer
  • www.studentenwerke.de/de/behinderung - Aktuelles Verzeichnis der Hochschulbeauftragten für die Belange von Studierenden mit Behinderung / chronischer Krankheit. Mit Anschriften, Telefonnummern und E-Mail-Adressen.
  • Handbuch "Studium und Behinderung". Umfassende Informationen zum Thema Studieren mit Behinderungen und chronischen Krankheiten. Herausgegeben von der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks. Das Handbuch "Studium und Behinderung" kann auch als PDF heruntergeladen werden. 7. Auflage 2013.
  • www.behinderung-und-studium.de - Bundesarbeitsgemeinschaft Behinderung und Studium e. V. (BAG)
  • www.bhsa.de - Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen e. V.
  • www.kombabb.de - Das Kompetenzzentrum kombabb (Behinderung – Akademische Bildung – Beruf) ist eine Informations- und Beratungsstelle für (Fach-) AbiturientInnen und Studieninteressierte mit Behinderung und chronischer Erkrankung. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zeichnen sich insbesondere durch die Verbindung von fachlicher Qualifikation und persönlicher Erfahrung als AkademikerInnen mit Behinderung aus.
  • www.studienwahl.de - Informationen zum Thema „Studieren mit Behinderung“

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Assistenz, Bafög, Beratungsstelle, Hochschule, Integrationsamt, Nachteilsausgleich, Studium

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