Berufsfindung

Junger Mann arbeitet mit Holz

Soziale und gesellschaftliche Teilhabe ist am besten durch eine dauerhafte Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt möglich. Die sogenannten Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sollen Menschen mit Behinderung den Zugang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt erleichtern. Zu diesen Leistungen gehören zum Beispiel Berufsvorbereitungen und Qualifizierungsmaßnahmen, Mobilitätshilfen oder Zuschüsse an Arbeitgeber. Auch eine Ausbildung kann in diesem Rahmen stattfinden. Die Anstellung in Werkstätten für Menschen mit Behinderung sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn die Eignung für eine Anstellung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt fehlt. Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sind im 9. Sozialgesetzbuch (SGB IX), § 33, festgeschrieben und werden von den Rehabilitationsträgern erbracht.

Berufsberatung

In den letzten Klassen der Förderschulen wird insbesondere in der Werkstufe auf die Arbeits- und Berufswelt vorbereitet. Außerdem führen BerufsberaterInnen der Arbeitsagentur für die Schüler und Schülerinnen allgemeine Beratungs- und Informationsstunden zur Berufsorientierung durch. Den Eltern stehen sie auf Elternabenden zur Verfügung und geben Hinweise zur Unterstützung bei der Berufswahl. Die Arbeitsagenturen bieten ebenfalls Berufsberatung an. Dazu kann auch der psychologische, ärztliche oder technische Dienst der Arbeitsagentur zu Rate gezogen werden.

Berufsinformationszentrum (BIZ)

Im BIZ kann sich jeder anhand von Unterlagen und Ton-Bild-Shows über Berufe und Ausbildungswege informieren. Ein Berufsinformationszentrum gibt es in jeder Agentur für Arbeit. Eine BIZ-Adressenliste finden Sie hier.

Berufsfindung, Arbeitserprobung

Menschen mit Behinderung, die sich noch nicht über ihren Berufswunsch klar sind, können in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation an Angeboten der Arbeitserprobung und Berufsfindung teilnehmen. Diese werden in den Berufsbildungs- und Berufsförderungswerken angeboten. Die Ausbildungsstellenvermittlung erfolgt ebenfalls über die Arbeitsvermittlung der Arbeitsagentur.

Ausbildungs- und Berufsvorbereitung

Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation bieten in –ein- bis zweijährigen Maßnahmen sowohl berufsspezifische, als auch berufsübergreifende Vorbereitung auf Ausbildung oder Berufstätigkeit an.

Ausbildung / Umschulung

Für Menschen mit Behinderung, die besondere Hilfen oder Betreuung benötigen, werden bundesweit auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes und der Handwerksordnung in Berufsbildungs- und Berufsförderungswerken Ausbildungen und Umschulungen angeboten.
Berufsbildungswerke sind überregionale Ausbildungseinrichtungen für junge Menschen mit Behinderung, die einer besonderen ausbildungsbegleitenden Hilfe bedürfen oder keinen Ausbildungsplatz innerhalb des allgemeinen Arbeitsmarktes finden. In Deutschland gibt es 52 Berufsbildungswerke mit insgesamt fast 14.000 Ausbildungsplätzen in über 200 verschiedenen Berufen. Um den Weg zum Ausbildungsabschluss zu unterstützen, stehen in der Regel soziale, ärztliche und psychologische Dienste zur Verfügung. Neben den Ausbildungsstätten gibt es in fast jedem Berufsbildungswerk ein Internat sowie Freizeit- und Sportmöglichkeiten. Ziel der Maßnahmen ist die Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt. Ansprechpartner sind die Reha-Berater bei der Agentur für Arbeit.
Weitere Informationen bietet die Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke.
In Berufsförderungswerken werden Erwachsene für eine neue Tätigkeit ausgebildet oder umgeschult, die aufgrund ihrer Behinderung / Erkrankung ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben können oder auf besondere Hilfsmöglichkeiten der Einrichtung angewiesen sind. In den bundesweit 28 Werken stehen 15.000 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Im Bundesarbeitskreis Berufsförderungswerke finden sich außerdem weitere sechs staatlich anerkannte Berufsförderungswerke in privater Trägerschaft. Neben den Ausbildungsmaßnahmen werden begleitende, soziale, ärztliche und psychologische Dienste angeboten. Ziel der Maßnahmen ist auch hier die Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Berufsausbildungsbeihilfe

Menschen mit Behinderung erhalten bei Teilnahme an allgemeinen Maßnahmen der Ausbildung Berufsausbildungsbeihilfe. Das Geld wird während der Ausbildung, der Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme, der Grundausbildung oder anderer Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben gezahlt. Weitere Informationen zu den Anspruchsvoraussetzungen finden Sie auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit.

Studium

Die Hochschulen müssen nach dem Hochschulrahmengesetz dafür sorgen, dass Studierende mit Behinderung in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können.
Die Prüfungsordnungen müssen die besonderen Belange der Studierenden mit Behinderung zur Wahrung ihrer Chancengleichheit berücksichtigen. Dennoch sollten Studieninteressierte mit einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit auch die körperlichen und geistigen Belastungen im Studium bedenken.

Beauftragte für Menschen mit Behinderung an Hochschulen

Die Beauftragten an Hochschulen sollten

  • Ansprechpartner für die Studierenden mit einer Behinderung oder chronischen Krankheit sein.
  • sich für den Ausgleich von Nachteilen beim Studium und bei Prüfungen einsetzen.
  • bei der Planung und Ausführung von Maßnahmen zur Barrierefreiheit beteiligt werden.
  • die Hochschulen über die Situation und über die Probleme der Studierenden mit Behinderung und chronischer Krankheit unterrichten.

Liste der Ansprechpartner für Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit an den Hochschulen in Deutschland.
Weiterführende Informationen zum Studium mit Behinderung

Bildung und Arbeit vor Ort



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