Sonstige ambulante Hilfe

Mobiler sozialer Dienst (MSD)

Zwei Helfer helfen einer älteren Dame bei Ausstieg an einem Bahngleis.

Der MSD bietet Menschen mit Behinderung und älteren Menschen folgende Hilfen:

  • Besuchsdienst (Partner für Gespräche, zum Vorlesen, zum Begleiten zu Veranstaltungen, bei Erledigungen),
  • Hilfen im Haushalt,
  • Hilfe zur Körperpflege und sonstige pflegerische Hilfen.

Die Kosten für diese Dienste können im Rahmen des Pflegeversicherungsgesetzes (PflegeVG) und der Hilfe zur Pflege nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII) übernommen werden.

Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung

Menschen mit Behinderung oder Schwerstbehinderung benötigen in ihrem alltäglichen Leben oft Hilfe. Besonders dann, wenn sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und möglichst selbstbestimmt leben möchten. Mitarbeiter der Pflegedienste, geschulte Absolventinnen und Absolventen des Bundesfreiwilligendienstes oder eines Freiwilligen Sozialen Jahres, leisten diese Hilfe. Zunehmend wird die Betreuung auch von persönlichen Assistentinnen oder Assistenten übernommen.
Die Betreuung im „Individuellen Schwerstbehindertenbereich“ umfasst:

  • pflegerische Dienste,
  • hauswirtschaftliche Unterstützung,
  • Hilfen bei der Freizeitgestaltung,
  • Betreuung bei Studium und Beruf,
  • integrative Kinderbetreuung in Kindergärten und Schulen.

Trotz der Abhängigkeit von Hilfe ist durch diese Betreuungsform ein Höchstmaß an Selbstbestimmung möglich, da der Tagesablauf weitgehend selbst bestimmt werden kann.

Haushaltshilfe

Wenn jemand wegen einer Rehabilitationsmaßnahme oder Krankenbehandlung nicht zu Hause ist, kann der Rehabilitationsträger (zum Beispiel die gesetzliche Krankenversicherung) die Kosten für eine Haushaltshilfe übernehmen.
Voraussetzungen:

  • In dem Haushalt lebt ein Kind, welches das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das eine Behinderung hat und auf Hilfe angewiesen ist.
  • Kein anderer Haushaltsangehöriger kann die Weiterführung des Haushalts sicherstellen.

Wenn der Haushalt von Angehörigen, Bekannten oder Nachbarn weitergeführt werden kann, so bekommen diese die Aufwendungen erstattet, die ihnen dadurch entstehen. Wird das Kind etwa in einer Kindertagesstätte untergebracht, erstatten die Rehabilitationsträger die nachgewiesenen Kosten bis zur Höhe der Kosten für eine Haushaltshilfe.

Auch im Rahmen der Sozialhilfe kann die Versorgung eines Kindes während einer Rehabilitationsmaßnahme der Pflegeperson sichergestellt werden (Hilfe zur Weiterführung des Haushalts, Hilfe durch anderweitige Unterbringung Haushaltsangehöriger). Diese Hilfe wird nur gewährt, wenn keine Ansprüche gegen einen anderen Träger bestehen. Sie ist von den Einkommensverhältnissen abhängig.

Hilfen bei der Vermittlung von Haushaltshilfen geben Sozialstationen, die gemeinnützigen und privat-gewerblichen Pflegedienste. Bitte beachten Sie auch die Informationen zu Ambulanten Pflegediensten.

Häusliche Kinderkrankenpflege

Bei Kindern mit einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung ist oftmals eine Kinderkrankenpflege zu Hause erforderlich als Alternative zur klinischen Betreuung. Die Finanzierung wird über das fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V, §§ 37, 38) geregelt. Die Leistungen werden von einem Arzt verordnet und in der Regel über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet.

Kinderkrankengeld

In der gesetzlichen Krankenversicherung versicherte Eltern können ein Krankengeld für die Zeit der Beaufsichtigung oder Pflege ihres kranken Kindes in Anspruch nehmen, in der sie nicht zur Arbeit gehen können. In der Zeit erfolgt eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit. Der Arbeitgeber muss den betreffenden Arbeitnehmer für diese Zeit freistellen. Kinderkrankengeld wird für „jedes“ Kind jährlich bis zu 10 Arbeitstage für Verheiratete je Elternteil und 20 Arbeitstage für allein Erziehende gezahlt jedoch maximal 25 Arbeitstage (selbst bei drei und mehr Kindern). Der Anspruch besteht für erkrankte und behinderte Kinder auch über das 12. Lebensjahr hinaus. Seit dem 1. August 2002 ist aufgrund des „Gesetzes zur Sicherung der Betreuung und Pflege schwerstkranker Kinder“ für schwerstkranke Kinder, die nach ärztlichem Zeugnis nur noch eine Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten haben, das Kinderkrankengeld zeitlich unbegrenzt.

Die Höhe des Kinderkrankengeldes entspricht dem Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit, also 70 Prozent des vorherigen Bruttoverdienstes, maximal 90 Prozent vom Nettoverdienst.

Mahlzeitendienst

Personen, die wegen ihres Alters (Vollendung des 65. Lebensjahres), einer Krankheit oder Behinderung nicht in der Lage sind, für sich zu kochen und auch sonst keine Möglichkeit haben, eine warme Mahlzeit zu erhalten, können den Mahlzeitendienst („Essen auf Rädern“) in Anspruch nehmen. Für die Versorgung mit Mahlzeiten kann – abhängig von den jeweiligen Einkommens- und Vermögensverhältnissen – ein Zuschuss nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII) gewährt werden.



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