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Literatur rund um das Thema Behinderung. Viele Angebote sind kostenlos oder können direkt heruntergeladen werden.
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Das Buch 'Geschwister behinderter Kinder' ist ein Ratgeber für Familien mit behinderten und nicht behinderten Kindern.
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Sexualität kann für jeden Menschen schön sein. Jeder Mensch hat ein Recht auf Sexualität. In vielen Einrichtungen für behinderte Menschen dürfen Menschen mit Behinderung heute Sexualität haben. Die Mitarbeiter haben gelernt, dass Sexualität für alle Menschen wichtig ist.
Weiter in einfacher SpracheDie Körper aller Menschen sind so geschaffen, dass sexuelles Verhalten mit angenehmen Gefühlen belohnt werden kann. Die meisten Menschen leben Sexualität am liebsten in einer andauernden und festen Partnerschaft. Darum gehören die Themen Partnerschaft und Sexualität eng zusammen.
Immer mehr Menschen leben außerhalb einer festen Partnerschaft. Sie leben allein aus Überzeugung oder zwischen zwei festen Beziehungen oder weil sie den richtigen Menschen noch nicht gefunden haben. Auch sie wollen Sexualität erleben und können Wege dazu finden. Ein Weg ist Masturbation.
Aber manche Menschen wollen aus den unterschiedlichsten Gründen sich nicht (mehr) sexuell verhalten und leben dennoch glücklich. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch keine Partnerschaft mehr wollen. Wer anderen Menschen helfen will, auch ein sexuell erfülltes Leben zu führen, muss genau wahrnehmen können, was individuell als Erfüllung verstanden wird.
Die Nachfrage nach Hilfestellungen für ein erfülltes sexuelles Leben innerhalb und außerhalb einer Partnerschaft steigt. Ob es um behinderte Menschen geht oder nicht.
Das Thema Sexualität und Behinderung beschäftigt auch das Personal in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Die moderne Pädagogik ist heute bereit, auch den sexuellen Wünschen, Sehnsüchten und Krisen der Menschen hilfreich zur Seite zu stehen. Sexuelle Motive für Aggressionen, Depressionen und andere Auffälligkeiten, die Behinderte in den Einrichtungen zeigen, werden heute mitberücksichtigt.
Hilfreich kann für Träger, Einrichtungsleitung, Personal, Angehörige und für die behinderten Menschen selber Beratung sein, manchmal auch Anleitung und Begleitung. Zu empfehlen sind die Pro Familia-Beratungsstellen. Das Institut zur Selbst-Bestimmung Behinderter ist eine allgemeine psychologische Beratungsstelle mit dem Schwerpunkt Sexualberatung. Ratsuchende sind einzelne Behinderte, Paare, Familien oder Teams aus Einrichtungen. Beraten wird nach dem Peer-Counselling-Prinzip, d.h. die Beratenden sind selber behindert.
Aus dem Bedarf nach Sexualberatung haben sich Erotik-Workshops entwickelt für körperbehinderte Männer und Frauen. Sie sind als Selbsterfahrungsgruppen aufgebaut, die manchmal die Arbeit von SexualbegleiterInnen nutzen, um ein selbstbewussteres Gefühl zu ihrem eigenen Körper und zu erotischer Körperlichkeit zu bekommen. Von den teilnehmenden Menschen wird der Wunsch nach Persönlichkeitsentwicklung erwartet.
Institut zur Selbst-Bestimmung Behinderter
Dipl. Psychologe Lothar Sandfort
Nemitzer Straße 16
29494 Trebel
Telefon : 05848/981565
Fax: 05848/988110
E-Mail: isbbtrebel@aol.com
Internet: www.isbbtrebel.de
Kuratorium Behinderung und Sexualität
c/o Manuela Bannasch
Postfach 450362
90213 Nürnberg
Auch behinderte Menschen in Einrichtungen nutzen die Angebote von Prostituierten. Zumeist werden sie bei der Kontaktaufnahme von Mitarbeitenden der Einrichtung unterstützt. Oft ist dafür auffälliges Verhalten der behinderten Menschen, zum Beispiel Aggression, der Anlass gewesen.
Die Erfahrungen mit den Kontakten zu Prostituierten ist nicht immer gut. Die Gründe für problematisches Verhalten sind oft komplexer und beruhen nicht nur auf biologischen Notwendigkeiten. So haben sich in den vergangenen Jahren nach dem Vorbild der SAR in den Niederlanden auch in Deutschland drei Anbieter etabliert, die Sexualbegleitung anbieten. Anders als in der Prostitution bieten hier Frauen und Männer sexuelle Dienstleistungen an ohne die Nachteile des Prostitutionsbetriebes. Bei der Sexualbegleitung wird eine würdevolle Beziehung aufgebaut, die einen Ausgleich findet zwischen professioneller Distanz und emotionaler Achtung. Es gibt regelmäßige Supervisionen und eine spezielle Ausbildung, die auch von Behinderten selber durchgeführt wird.
Kontaktadressen:
Sexybilities Berlin
Die Initiative Sexybilities bietet Beratung nach dem Peer-Counseling-Prinzip, d.h. Betroffene beraten Betroffene. Die Beratung kann anonym über Telefon oder E-Mail erfolgen oder direkt in der Beratungsstelle bzw. einem anderen Ort, den Klienten wählen. Sexybilities vermittelt Kontakte zu Prostituierten, deren Arbeit den Beratenden bekannt ist und die sie weiterempfehlen können.
Darüber hinaus werden Gesprächsgruppen und Themenabende organisiert. Jedes Jahr bietet Sexybilities in Berlin eine Großparty als kulturelle Veranstaltung an. Die beratenden behinderten Menschen lehnen Sexualbegleitung als spezielle Ausbildungsprofession ab, da sie darin eine neue Besonderung für behinderte Menschen sehen.
Sexybilities beim ASL e.V.
Oranienstraße 189
10999 Berlin
Telefon: 030 60 88 05 76 (Anrufbeantworter)
E-Mail: sexybilities@hotmail.de
Literaturtipps zu diesem Thema finden Sie in unser Bücherecke
Was macht ihr Sohn denn da?
Manche Eltern trauen ihren Erziehungsfähigkeiten zu wenig und sie unterschätzen ihre Kinder. Dabei gibt es soviel Positives wahrzunehmen und zu berichten. Eltern haben mit den Kindern zusammen entwickelt, dass die Hose wenigstens tagsüber trocken und sauber bleibt, dass in der Öffentlichkeit nicht der Nase gepopelt wird, dass zur Begrüßung die rechte Hand gegeben wird. So lässt sich auch vermitteln, dass Öffentlichkeit und Intimbereich unterschiedliche Verhaltensweisen verlangen. Kinder wissen auch, dass es Regeln gibt, die nicht überall gleich Geltung haben. Diesen Kindern fällt es verhältnismäßig leicht dann auch zu lernen, in der Öffentlichkeit das Schamgefühl anderer Menschen zu respektieren - wir müssen es nur wiederholt erklären.
Für das Leben in der Öffentlichkeit gilt, dass sich Eltern innerlich gegen den schnellen Anflug von schlechtem Gewissen zur Wehr setzen, wenn sich jemand über ihr Kind beschwert. Eine angemessene Reaktion könnte beispielsweise sein: "Ich verstehe, dass sie sich beschweren. Wissen sie: Jana (oder Jonas oder ... ) ist geistig behindert und muss noch viel lernen. Sie helfen aber sehr, wenn sie meinem Kind selbst sagen, was ihnen nicht passt. Das wirkt einfach beeindruckender und nachhaltiger."
Selbstbefriedigung
Die meisten nichtbehinderten Jungen und viele Mädchen masturbieren. Eine Befragung zum Verhalten von Jugendlichen mit Down-Syndrom ergab, dass etwa die Hälfte der Jungen und ein Drittel der Mädchen sich selbst befriedigen. Die Jugendlichen sollten im Rahmen der Sexualerziehung ein angemessenes Verhalten in der Öffentlichkeit und in den Gemeinschaftsräumen beispielsweise der Wohnung lernen. Wenn jedoch schwerer beeinträchtigte Jugendliche keine befriedigenden und sozial tolerierten Formen für sich finden können, herrscht noch Unstimmigkeit seitens der Pädagogen und Bezugspersonen darüber, ob und wie sie beim Erlernen günstigerer "Techniken" unterstützt werden sollten. So kann Selbststimulation auch eine Folge von Langeweile sein oder auf einen Mangel an Zuwendung hinweisen.
Sexuelle Beziehungen
Geistig behinderte Mädchen und Jungen, die gelernt haben sich selbst zu befriedigen, sind im Allgemeinen auch zum Geschlechtsverkehr fähig. Sie fangen auch am ehesten an, intimere Kontakte mit Gleichaltrigen zu suchen. Dabei können auch gleichgeschlechtliche Beziehungen entstehen. Es ist sicher davon auszugehen, dass Homosexualität und Heterosexualität unter Menschen mit geistiger Behinderung ähnlich häufig vorkommen wie in der Gesamtbevölkerung. Viele Eltern kommen gut damit zurecht, weil sie froh sind, dass ihre Tochter oder ihr Sohn eine stabile sexuelle Beziehung gefunden hat. Eltern, die Schwierigkeiten damit haben, sollten keine Scheu haben, sich an Beratungsstellen wie beispielsweise Pro Familia zu wenden.
Pubertät
Mitunter denken Eltern mit einigem Schrecken an die Pubertät ihrer Kinder zurück. Tröstlich für Eltern von Kindern mit Behinderung: denn Eigenwilligkeit, Trotz, heftige Auseinandersetzungen mit Mutter oder Vater, Nachlässigkeiten bei der Körperhygiene und der Kleidung, seltsame Geschmacksverirrungen sind keineswegs auf Jugendliche mit Behinderung beschränkt, sie sind vielmehr typisch für alle Pubertierenden.
Im Allgemeinen werden vom üblichen Schema abweichende körperliche Entwicklungen bei Menschen mit geistiger Behinderung nicht beobachtet. Während die körperliche Entwicklung altersentsprechend verläuft, ist die seelisch-geistige Entwicklung häufig verlangsamt. Keineswegs können wir daraus schließen, dass Menschen mit geistiger Behinderung nicht fähig seien, ihre sexuellen Antriebe und Wünsche zu kontrollieren und zu beherrschen. Vielmehr gilt umgekehrt: Sie brauchen länger, bis sie nachempfinden und verstehen, was ihnen sexuell möglich wäre. Im Übrigen stimmen alle Untersuchungen darin überein, dass es bei Menschen mit geistiger Behinderung keine "übersteigerte Triebhaftigkeit" gibt.
Alle Sorgen und Befürchtungen im Pubertätsalter - ob bei MitarbeiterInnen oder den Eltern - lassen meist außer acht, dass die Pubertät gerade auch für Menschen mit geistiger Behinderung eine große Chance ist. "Triebstau" und innere Beunruhigung können nämlich dazu führen, dass sexuelle Befriedigungsmöglichkeiten entdeckt werden und womöglich zu einem anderen Menschen ein Verhältnis der Zuneigung, vielleicht sogar der Liebe entsteht. Damit ist meist eine erstaunliche Nachreife der gesamten Persönlichkeit verbunden.
Probleme im Jugendalter
Aufklärung ist ein Thema, das sich als Problem gar nicht so sehr von anderen, nichtbehinderten Jugendlichen unterscheidet. Mit am wichtigsten scheint, dass Mädchen wie Jungen entwicklungsangemessen über ihre körperlichen Veränderungen in der Pubertät informiert werden. Ob Monatsblutung oder Samenerguss - möglichst sollte darüber aufgeklärt sein, bevor diese Ereignisse eintreten. Es kann nicht häufig genug betont werden, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit von Eltern und MitarbeiterInnen in Einrichtungen und Diensten gerade in dieser Lebensphase ist. Die Hauptamtlichen brauchen Informationen aus dem Elternhaus über den Stand der Aufgeklärtheit und über den Kommunikationsstil zu Hause, damit den Pubertierenden fair begegnet werden kann.
Schwangerschaftsverhütung
Zumeist ist nicht zu erwarten, dass es schon recht bald nach dem Beginn der Pubertät zum ersten Geschlechtsverkehr kommt. Menschen mit geistiger Behinderung freuen sich im Allgemeinen recht lange Zeit an Zärtlichkeiten, Umarmungen, Aneinandergeschmiegt sein. Wenn es dann soweit ist, dass auch genitale Kontakte erprobt werden, dann sollten sie wissen was sie tun können, um eine Schwangerschaft auszuschließen.
Positiv können wir zumeist davon ausgehen: Menschen die gelernt haben, einen Geschlechtsverkehr zu vollziehen, sind auch in der Lage, für eine Schwangerschaftsverhütung zu sorgen. Dabei sind Mädchen mit geistiger Behinderung zumeist erstaunlich zuverlässig. Allerdings brauchen sie eine Erinnerungsstütze, wenn z.B. die Pille eingenommen werden soll. Die Packung sollte stets an derselben auffälligen Stelle liegen, und sie brauchen eine Ansprechpartnerin, der sie vertrauen können, wenn sie einmal Rat und Hilfe brauchen, z.B. wenn vergessen wurde, die Pille einzunehmen.
Die jeweilige Methode zur Verhütung einer Schwangerschaft muss sorgfältig geprüft und ausgewählt werden. Hier kann Fachliteratur hilfreich sein. Unbedingt sollte eine Fachärztin oder ein Facharzt zu Rate gezogen werden. Es muss berücksichtigt werden, ob Belastungen durch Krankheiten vorliegen und welche Medikamente (z.B. Antiepileptika) eingenommen werden.
Sterilisation
Das am 1.1.1992 in Kraft getretene Betreuungsgesetz regelt auch die Sterilisation, die nur unter genau beschriebenen Bedingungen zugelassen wird. Hier die wichtigsten Eckpunkte:
Somit wird deutlich: Eine Sterilisation soll, wenn die betroffenen Menschen nicht selbst zustimmen können, nur als allerletzte Möglichkeit in Betracht kommen. Sie soll erst dann greifen, wenn alle anderen Methoden der Schwangerschaftsverhütung ausgeschlossen werden müssen.
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Hallo,
Diese Sätze die sie geschrieben haben, stimme ich ihnen zu 100 % zu.
Sowie...
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