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Vorgeburtliche Diagnostik

Einfach gesagt:

Das bedeutet: Man lässt schon vor der Geburt untersuchen, ob das Kind eine Behinderung oder eine Krankheit hat.

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Auch wenn nur ca. 4% aller Behinderungen angeboren sind, wird fast jede schwangere Frau heute vor die Frage gestellt, ob sie das in ihr heranwachsende Kind auf mögliche Fehlbildungen untersuchen lassen will. In Deutschland findet die Schwangerenvorsorge meist in der Frauenarztpraxis statt. Zur Pränataldiagnostik gehören: Bildgebende Verfahren (Ultraschall), invasive Verfahren zur Gewinnung und Untersuchung von Zellen des Ungeborenen (z.B. Fruchtwasserpunktion) und Blutuntersuchungen der schwangeren Frau zur Errechnung der Wahrscheinlichkeit einer Behinderung des Ungeborenen (Triple-Test, 1. Trimester-Test, das Down-Syndrom-Screening). Mit Hilfe dieser Techniken ist es möglich, eine begrenzte Anzahl von Krankheiten oder Behinderungen festzustellen.

Die Untersuchungen werden teilweise bis über die Zeit hinaus, in der das Ungeborene bereits außerhalb des Mutterleibs überleben könnte, angeboten. Pränataldiagnostik wird von vielen Medizinern als Fürsorge für das Ungeborene verstanden. Ausgeblendet wird dabei häufig, dass das Ergebnis unter Umständen eine Entscheidung über Leben und Tod bedeuten kann.

Informationen über die einzelnen Diagnoseverfahren bietet ein Faltblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA).

Ist eine Behinderung erkannt, gibt es nur in seltensten Fällen eine Möglichkeit zur Behandlung vor der Geburt. Deshalb erscheint ein Schwangerschaftsabbruch oft als einziger Ausweg. Die meisten Verfahren mit einem sicheren Ergebnis können jedoch erst relativ spät durchgeführt werden. Viele schwangere Frauen und ihre Partner haben dann bereits eine Beziehung zum Kind aufgebaut. Die Frage: "Bekomme ich mein Kind oder nicht?" kann eine Krise auslösen.

Mit Ihren Fragen müssen Sie nicht alleine bleiben. Psychosoziale Beratungsstellen sind zusätzlich zu der Beratung durch Ärzte/innen oder Ihre Hebamme für Sie da.

Literaturhinweise

Schwanger sein - ein Risiko? Informationen und Entscheidungshilfen zur vorgeburtlichen Diagnostik.
Hrsg.: Sichtwechsel e.V., Verein zur Förderung der Ziele des Netzwerkes gegen Selektion durch Pränataldiagnostik.
Düsseldorf

Schwangerschaft und pränatale Diagnostik
Hrsg.: Sichtwechsel e.V., Verein zur Förderung der Ziele des Netzwerkes gegen Selektion durch Pränataldiagnostik.
Düsseldorf

Sie erhalten diese Broschüren bei:
Verlag Selbstbestimmtes Leben, 1998
c/o Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte
Brehmstr. 5-7
40239 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 64 00 40
Telefax: (02 11) 64 00 4-20
Internet: www.bvkm.de

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